Patientenaufnahme in 90 Minuten – die Lean-Methodik am lebenden Objekt

Blogtitel Patientenaufnahme
Patientenaufnahme nach Leanprinzipien

Eine Methode ist nur so gut wie ihre Ergebnisse. So verhält es sich auch mit Lean Management im Krankenhaus. Eines dieser Ergebnisse möchte ich Ihnen in diesem Video vorstellen: wie es mit Hilfe der Lean-Methode gelingt, eine vollständige Patientenaufnahme mit administrativer, pflegerischer, chirurgischer und anästhesiologischer Aufnahme und Aufklärung zuverlässig und pünktlich in 90 Minuten zu schaffen, dabei den Gesamtaufwand zu reduzieren und trotzdem mehr Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen.

Während meiner letzten Station als Krankenhausgeschäftsführer habe ich dem Thema Lean Management sehr viel Zeit und auch Geld eingeräumt. Meine Erkenntnis: Lean ist ein echtes Zukunftsthema, das zum Teil spektakuläre Ergebnisse im Krankenhaus hervorzubringen vermag. Ich habe in dieser Zeit und im Anschluss viel darüber gelernt, was Lean kann und wo bzw. wie es im Krankenhaus funktioniert, und wo bzw. wie nicht.

Krankenhaus Melbeck

Der Roman beschreibt die Entwicklung eines ganz normalen Krankenhauses auf dem Land, das sich in kürzester Zeit aus dem engen Regiment eines börsennotierten Krankenhauskonzerns befreit und sich zu einem selbständigen, wirklich patienten-, versorgungs- und mitarbeitergetriebenen Krankenhaus entwickelt. Dieses Krankenhaus will anders sein als die anderen. Besser für seine Patienten und für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und wirtschaftlicher. Es hat eine klare Idee von seiner Zukunft.

Der Hauptprotagonist des Romans, Felix Bender, ist Geschäftsführer eben dieses Melbecker Krankenhauses, als der Start-up-Milliardär Björn Meiersiek das Krankenhaus übernimmt. Dessen Ziel ist klar: den Grundstein für einen Krankenhauskonzern legen, der das Patientenwohl wieder in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam mit der Ärztin Luise Pickart macht er sich daran, das Unternehmen von Grund auf umzukrempeln. Felix Bender, in den traditionellen Sphären der Konzernkrankenhauswelt großgeworden, taucht, quasi über Nacht, ein in eine völlig neue Welt, in der die alten Regeln der Krankenhausführung auf einmal nicht mehr zu gelten scheinen. Er durchlebt im Eiltempo seinen ganz persönlichen Entwicklungsprozess, während er gemeinsam mit Luise Pickart und dem jungen Lean Manager Steffen Ganz seine Organisation konsequent neu erfindet.

Die Restrukturierung der (prä-)stationären Patientenaufnahme war ergebnistechnisch sicher eine der spektakulärsten Initiativen. Das Gute ist, dass sich ein klassischer Aufnahmeprozess hervorragend dafür eignet, die Grundprinzipien von Lean Management zu vermitteln, denn die lassen sich praktisch 1:1 auf diesen Prozess anwenden.

„Wer es einmal durch die Patientenaufnahme geschafft hat, der darf sich glücklich schätzen“. So lautet der unbequeme Standardsatz unserer Patienten. Zwischen zwei und vier Stunden dauerte damals ein vollständiger Aufnahmeprozess. Lange Wege, langes Warten, unnötiger Aufwand und trotzdem bemerkenswert viele Fehler. Sechs Monate und ein Leanprojekt später sah es völlig anders aus: ziemlich stabile 90 Minuten Durchzeit, 40 Prozent Personalreduktion in der Administration, keine relevanten Fehler mehr und trotzdem eine deutlich gestiegene Patientenzufriedenheit.

In diesem Video möchte ich Ihnen zeigen, wie diese Verwandlung gelungen ist und mit welchen methodischen Ansätzen wir operiert haben.

Ein Aufnahmeprozess ist klar strukturiert. Er hat einen Anfang und ein Ende. Hier lässt sich die Lean-Prozess-Methodik tatsächlich in Reinform anwenden. Andere Abläufe im Krankenhaus sind dagegen weniger klar zu gliedern und deutlich komplexer: Stationen, Notaufnahme, OP und viele andere. Diese Bereiche funktionieren nach anderen Gesetzmäßigkeiten. Trotzdem lassen sich die Lean-Bausteine auch auf diese Bereiche übertragen. Die Zutaten, um zu Verbesserung zu kommen, sind weitgehend identisch und sie führen, das ist stets das Ziel, zu stabilen, strukturierten, ruhigen und verschwendungsarmen Prozessen.

Viel Vergnügen!

Ihr Jörg Gottschalk

Alle Welt redet über Agilität. Alles soll agil und schnell werden, veränderungsfähig. Was aber bedeutet Agilität für unsere Krankenhäuser? Wie wird eine Krankenhausorganisation agil?
Das Buch beschreibt kurz, knapp und praxisorientiert, was es mit agiler Krankenhausführung auf sich hat. Es führt in die Methode Teamboarding ein, eine agile Methode speziell für Krankenhäuser. Und es legt die Hintergründe offen: warum funktioniert Agilität besser als herkömmliche Arbeitsweisen

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