Lean Hospital – eine Methode zeigt Wirkung

Das Nordstern-Jahr im Überblick

Lean Hospital – eine Methode zeigt Wirkung

das Nordstern-Jahr 2016 im Rückblick

Das Nordstern Institut Berlin habe ich im Jahr 2015 mit der Absicht gegründet, wirksame Trainings- und Coachingangebote für Ärztinnen und Ärzte zu entwickeln – abseits des Mainstreams allgegenwärtiger Führungsirrtümer und so wirksam, dass die Beteiligten ihre persönlichen Fortschritte direkt an den Verbesserungen erkennen können, die sie selbst in ihrer Organisation in Gang setzen. Es sollte anders kommen.

2016
Jahresrückblick © Jörg Gottschalk

Heute betreue ich 12 Krankenhäuser in Deutschland und Österreich bei der Einführung von Lean- und Shopfloor-Management. Meine Auftraggeber sind private, frei-gemeinnützige und kommunale Krankenhausverbünde/-konzerne, in drei der Großen Sechs sind erste Pilotabteilungen gestartet. Im nächsten Jahr werden die ersten Psychiatrien und mindestens drei weitere Krankenhäuser an den Start gehen, soviel ist schon heute klar.

Erfolg ist, wenn etwas wirkt

Ich könnte diese rasante Entwicklung nur eines Jahres ohne Zweifel als Erfolgsstory deklarieren, doch in dieser Kategorie von Erfolg denke ich nicht (mehr). Die Idee meiner Selbständigkeit bestand nie darin, groß zu werden. Von Beginn an ging es darum, Wege und Mittel dafür zu finden, um Krankenhausorganisationen wirksam und nachhaltig zu verändern.

Nachhaltige Entwicklung findet in einer so komplexen Organisation dann statt, wenn sie von innen heraus und kontinuierlich betrieben wird und nicht von außen (z.B. durch Berater) getriggert wird. Eine Organisation muss lernen, sich selbst zu verändern. Sie benötigt dafür Kompetenz, geeignete Hilfsmittel und eine Führung, die Verbesserung von Innen sichtbar einfordert und unterstützt.

Mein Erfolg dieses Jahres besteht tatsächlich darin, Personen und Organisationen gefunden zu haben, die entschlossen sind, aus dem ewigen Kreislauf des Cost Cutting auszubrechen und stattdessen ihren Fokus auf die sichtbare und kontinuierliche Verbesserung ihrer Behandlungsprozesse legen. Sie sind bereit, diesen mühsamen Weg zu gehen.

Lean ist nicht die Lösung, sondern das Mittel

Lean Management und Shopfloor-Management legen den Grundstein für einen unternehmensweiten Kultur- und Verbesserungsprozess, in dessen Verlauf sich der vor allem medizinische Fokus eines Krankenhauses um eine Prozess- und Verbesserungssicht erweitert: das prozessorientierte Krankenhaus. In einem Krankenhaus steht nun einmal nicht alleine der Arzt oder die Pflege für die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung, sondern es ist mindestens im gleichen Umfang der Prozess der medizinischen Versorgung, der das für unsere Patienten spürbare Ergebnis „produziert“.

Lean und Shopfloor sind zwar nicht die Lösung, doch das erste Mittel der Wahl, wenn es darum gehen soll, in einer Organisation eben diesen neuen Fokus gezielt zu entwickeln. Sie geben der Verbesserung ihren verbindlichen Rahmen, geeignete Werkzeuge und Methoden ebenso wie sie den Führungskräften und Mitarbeitenden die Transparenz und die Kompetenz verschaffen, die sie benötigen, um selbst aktiv zu werden. Weil sich nicht nur organisatorisch viel verändert, sondern auch die Art zu führen und miteinander zu arbeiten, kann es anfangs ein sehr mühsamer und steiniger Weg werden. Es reicht eben nicht, eine Methode zu trainieren oder hoch professionell an Fachthemen zu arbeiten.

Verbesserung
© stockphoto-graf/ fotalia.com

Die wahre Arbeit geht weit darüber hinaus, denn wir arbeiten mit Führungen, die Führung anders gelernt haben, ebenso wie wir uns mit Mitarbeitern beschäftigen, die ihre persönlichen Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen haben. Außerdem erleben wir ständige Knappheit: an Personal, Raum und vor allem Zeit. Aus diesem Potpourri an Zutaten soll kontinuierlich messbarer Fortschritt entstehen. Kultur verändert sich.

Längst fühle ich mich in meiner Vermutung der letzten Jahre bestätigt: der Erfolg eines Krankenhauses wird sich immer weniger daran festmachen, wie perfekt gespart wird, sondern wie gut seine Prozesse sind. Die Qualität, Effizienz und Einmaligkeit von Behandlungsprozessen wird zu dem entscheidenden Erfolgsfaktor, wenn es um den Erhalt der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und die Gewinnung von Mitarbeitern geht.

Was passiert im nächsten Jahr?

Das Jahr 2017 wird ein volles Jahr, soviel ist schon jetzt klar. Laufende Initiativen entwickeln sich stetig weiter, neue Veränderungsprojekte stehen in den Startlöchern. Im ersten Halbjahr 2017 wird mein neues Buch „das schlanke Krankenhaus“ erscheinen, in dem es weniger um Lean geht, als um Verbesserung.

Im zweiten Halbjahr wird eine neue Trainingsreihe für Chefärztinnen/-ärzte, Primarien und Pflegeleitungen starten. In kleinen Gruppen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie Verbesserung organisiert wird. Wenn Führungskräfte Veränderung können und aktiv betreiben, werden Veränderung und Verbesserung gelingen. Tun Sie es nicht, wird es sehr mühsam.

Die MY Nordstern

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MS Nordstern © Jörg Gottschalk

Es bleibt also einiges zu tun, wenn sich der Gedanke des prozessorientierten Krankenhauses durchsetzen soll. Bei all dem muss noch Zeit bleiben für mein wichtigstes Vorhaben: im April 2017 werde ich die MY Nordstern in Betrieb nehmen, mit neuen Motoren, neuer Elektrik und weiteren Verbesserungen. Sie wird nicht nur mein neues Büro werden, sondern sie soll auch ein besonderer Ort für Gespräche und Austausch werden.

Ein Dankeschön

Ich möchte mich bei all meinen Lesern für ihre Treue bedanken und entschuldige mich für meine zuletzt versiegenden Schreibaktivitäten. Bedanken möchte ich mich bei allen Trainings- und Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern für ihr Interesse und ihre aktive Mitarbeit. Ebenso gilt mein Dank meinen Auftraggebern, die sich mutig auf dieses schwierige Terrain begeben und bisher auch immer dann durchgehalten haben, wenn es einmal schwer wurde. Das gehört wohl dazu.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und geruhsames Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie gesund und wirksam: für sich, für Ihre Organisationen und vor allem für Ihre Patienten.

Herzliche Grüße aus Berlin

Ihr Jörg Gottschalk

 

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